Committee News

Tax Media Library Event Report Press Committees

Tax Forum - Amerikanische Investoren verunsichert


Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) veranstaltet am 4. November in Berlin das „Germany Tax Forum 2003“ (Steuerforum Deutschland) zu den aktuellen Steuerplänen der Bundesregierung und deren mögliche Konsequenzen auf den Standort Deutschland aus Sicht amerikanischer Investoren.  Dabei werden verschiedene Änderungsvorschläge anhand praktischer Beispiele von einer Expertenrunde aus Politik, Lehre und Wirtschaft kritisch diskutiert.

Berlin, 04. November 2003 - AmCham Germany nimmt erneut mit Sorge die jüngsten steuerlichen Gesetzentwürfe zur Kenntnis. Hierin setzt sich eine steuerpolitische Entwicklung fort, die die Ertragsbesteuerung vom Vorhandensein von Erträgen bzw. von der Leistungsfähigkeit der betroffenen Unternehmen entkoppeln will und weiter zur Verunsicherung in- und ausländischer Investoren beiträgt. Eine zukunftsgerichtete Gesamtkonzeption ist nicht erkennbar. Vielmehr erscheint auch das jüngste Gesetzespaket eher kurzfristigen fiskalischen Interessen als einer verlässlichen Steuerpolitik verpflichtet. Für Investitionen und Arbeitsplätze lässt sich so der Boden nicht bereiten. „Die Herausforderungen der Globalisierung und der zunehmende Standortwettbewerb in einer einheitlichen Währungszone bedürfen anderer Antworten und Signale“, so Rainer Mück, Vorsitzender des Steuerausschusses von AmCham Germany.

Insbesondere die folgenden Punkte stellen nach Ansicht der AmCham weitere gravierende Investitionshemmnisse dar, die den Standort Deutschland nachhaltig belasten werden.

Mindestbesteuerung

Hiernach soll künftig lediglich die Hälfte der Einkünfte bzw. des Gewerbeertrags durch bestehende Verlustvorträge früherer Jahre ausgeglichen werden dürfen. Dadurch entsteht eine Besteuerung nicht erzielter Gewinne und damit der Substanz des betroffenen Unternehmens. Gerade bei laufenden Investitionen, die nach einer Verlustphase nun in die operative Gewinnzone zurückkehren, hat eine derartige Regelung verheerende Auswirkungen.

Gesellschafterfremdfinanzierung

Der Abzug von Zinsaufwand für von (insbesondere ausländischen) Gesellschaftern erhaltenen Darlehen soll weiter massiv beschränkt werden. Dies stellt nicht nur im Bankenbereich einen gravierenden Wettbewerbsnachteil für in Deutschland operierende Auslandsbanken dar. Weiterhin soll eine derartige Beschränkung zukünftig auch für andere Zahlungen wie Mieten, Pachten, Lizenzen an den Gesellschafter gelten. Damit werden international übliche, über Jahre gewachsene Strukturen durch den deutschen Gesetzgeber zerstört bzw unmöglich gemacht.

Gemeindefinanzreform

Statt die überalterte und international einmalige Gewerbesteuer endlich abzuschaffen oder zumindest ertragsunabhängige bzw substanzbesteuernde Elemente zu eliminieren, stellen die jüngsten Vorschläge der Bundesregierung eine noch stärkere Ausprägung dieser Elemente dar. Diese Belastung wird durch die Wirkung der Gesellschafterfremdfinanzierung auf die Gewerbesteuer noch verstärkt. Ausländischen Investoren ist eine derartige ertragsunabhängige Zusatzbelastung nicht mehr zu vermitteln.

Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) veranstaltet am 4. November in Berlin das „Germany Tax Forum 2003“ (Steuerforum Deutschland) zu den aktuellen Steuerplänen der Bundesregierung und deren mögliche Konsequenzen auf den Standort Deutschland aus Sicht amerikanischer Investoren. Dabei werden verschiedene Änderungsvorschläge anhand praktischer Beispiele von einer Expertenrunde aus Politik, Lehre und Wirtschaft kritisch diskutiert.

Deutschland ist mit ca. 110 Milliarden Euro und damit verbundenen 800.000 direkten Arbeitsplätzen der Standort mit der höchsten Konzentration amerikanischer Investitionen. Damit sind die insgesamt mehr als 2.000 amerikanischen Firmen führend in der Liste der Auslandsinvestitionen in Deutschland.

Mit etwa 3.000 Mitgliedern ist die AmCham Germany die größte bilaterale Wirtschaftsvereinigung in Europa. Die Kammer versteht sich als Kommunikationsbrücke zu Investoren in den Vereinigten Staaten. Die Förderung der deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen und des Wirtschaftsstandorts Deutschland stehen im Vordergrund.

 

 

Back