V.l.n.r: Andreas L.J. Povel, General Manager AmCham Germany; Burkhard Linke, AmCham Germany-Repräsentant für Bayern; Martin Stark, Commerzbank, Vorsitzender der Geschäftsleitung Großkunden, Region Süd; Dr. Andreas Dombret, Deutsche Bundesbank, Mitglied des Vorstands; Christian von Sydow, Co-Chair Regional Committee Bavaria

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Bundesbank-Vorstand Dr. Dombret redet Klartext zu Bankenkrise in Griechenland


„Die griechischen Banken liegen seit zweieinhalb Wochen in einem künstlichen Koma […] Diese künstliche Stabilität entbindet die europäische Bankenaufsicht […] aber nicht davon, eine Diagnose zu stellen und sich über die richtige Behandlung des griechischen Bankensystems Gedanken zu machen.“

 

Drei Tage nach der politischen Einigung zwischen Griechenland und der Europäischen Union, sprach Bundesbank-Vorstand Dr.  Andreas Dombret zur Bankenkrise in Griechenland. Dr. Dombret war Ehrengast des Patron & Executive Member Breakfast von AmCham Germany in München.

„Es muss allen klar sein, dass mit der grundsätzlichen Einigung von Montag die eigentliche Arbeit erst beginnt. Jetzt müssen alle Beteiligten ihren Job erledigen, damit fünf Monate Verhandlungen nicht umsonst waren – für mich stehen die griechischen Banken hier im Fokus.  Denn letzlich geht es nicht nur um Griechenland, sondern um den gesamten Euro-Raum“, so Dr. Dombret.

 Nach Ansicht des Bundesbank-Vorstands müssen wenigstens vier Maßnahmen ergriffen werden:

  • Erstens muss im Rahmen eines neuen Hilfsprogramms sichergestellt sein, dass die griechischen Banken ausreichend rekapitalisiert werden.
  • Zweitens muss sichergestellt sein, dass ausreichend Liquidität zur Verfügung steht, falls die Einleger nach Öffnung der rekapitalisierten Banken weiteres Geld abziehen wollen.
  • Drittens müssen die Kapitalkontrollen über einen längeren Zeitraum schrittweise aufgehoben werden.
  • Viertens schließlich muss die Struktur des griechischen Bankensektors überprüft werden.

So sollte auch das Instrument des Bail-Ins aus Dr. Dombrets Sicht in Griechenland so rasch wie möglich zur Verfügung stehen und nicht erst ab dem Pflichttermin 1. Januar 2016.

Der Bundesbank-Vorstand machte in seiner Rede deutlich, dass die Zeit dränge. Er schloss seine Rede mit einem Bekenntnis zur europäischen Währungsunion: „Wir befinden uns nun seit 16 Jahren auf dem Weg finanzieller Integration […] Und wir dürfen nicht halt machen, sondern müssen die Integration weiter vertiefen, damit die europäische Währungsunion funktionieren kann.“

Die Rede von Bundesbank-Vorstand Dr. Dombret wurde u.a. von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aufgegriffen.

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