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AmCham Germany diskutiert Studie über das Deutschlandbild in den USA


Für immer beste Freunde? Wie die USA über Deutschland denken und fühlen

Studie belegt große Kluft zwischen US-Entscheidern und US-Bevölkerung


Berlin, 25. Juni 2018
Das aktuelle Deutschlandbild der US-Amerikaner war heute Thema auf einer Veranstaltung von AmCham Germany und der Kommunikationsagentur Burson-Marsteller in Berlin. Dabei stand eine Studie von Dr. Nina Smidt zur Wahrnehmung Deutschlands in den USA zur Debatte. Die Präsidentin des American Friends of Bucerius hat eine "Big Data"-Analyse von Social Media Posts und traditionellen Nachrichtenmedien durchgeführt mit dem Ergebnis: Die US-Amerikaner empfinden Deutschland als wirtschaftlich und politisch stark. Hinsichtlich Sympathie und Charakter wird Deutschland aber eher schwach eingeschätzt. Einig waren sich die Teilnehmer, dass es daher gerade angesichts der angespannten transatlantischen Beziehungen Aufgabe sein muss, die emotionale Bindung der Länder zueinander zu stärken.

Beim Vergleich der großen Datenanalyse mit einer Umfrage unter 25 transatlantischen Experten ergibt sich auch ein Ungleichgewicht in der Wahrnehmung zwischen Bevölkerung und Entscheidern. US-Experten betrachten Deutschland in Bezug auf Handel, Wirtschaftsbeziehungen und politische Allianzen. Die US-Bevölkerung beurteilt jedoch Deutschland laut Studie in Bezug auf die Beziehung von US-Präsident Trump zu Bundeskanzlerin Merkel, die Diskussion über Flucht und Migration und den Aufstieg populistischer Parteien in Deutschland sowie den Umgang mit der Vergangenheit des Nationalsozialismus.

Prof. Torsten Oltmanns, Chair von AmCham Germany in Berlin und Brandenburg, betont: "Die traditionell enge transatlantische Partnerschaft braucht neue Impulse. Das zeigt die Wahrnehmung Deutschlands in den USA. Das heißt, die Diskussion über die Zusammenarbeit darf nicht nur in geopolitischen Maßstäben erfolgen. Sie muss inhaltlich anders geführt werden: über gemeinsame Interessen und kulturelle Gemeinsamkeiten, und es müssen auch neue Zielgruppen in den USA erreicht werden jenseits der traditionellen Eliten, etwa junge US-Amerikaner, die digital unterwegs sind. Die transatlantische Partnerschaft braucht einen kommunikativen und inhaltlichen Neustart, damit diese auch in Zukunft stark ist. Das vom Auswärtigen Amt und Goethe-Institut unter dem Motto 'Wunderbar together' organisierte Deutschlandjahr in den USA, das im Herbst 2018 startet, kann ein Anfang sein."

Alexander Fink, CEO von Burson-Marsteller GmbH Deutschland, sagt: "Die skeptische Wahrnehmung Deutschlands in der US-Bevölkerung nimmt Einfluss auf das Image und den wirtschaftlichen Erfolg deutscher Unternehmen. Made in Germany hat eine Menge Kratzer bekommen. Unternehmen sollten vor diesem Hintergrund ihre eigene Markenwahrnehmung und die Reputation des Herkunftslandes durch eine klare Kommunikationsstrategie fördern. Corporate Diplomacy setzt genau da an und bietet immense Chancen, die deutsche Wirtschaft positiv im US-Markt zu positionieren - dies gilt insbesondere in Zeiten angespannter diplomatischer und politischer Beziehungen."

Die Studie können Sie unter folgenden Links abrufen: Zusammenfassung und Präsentation

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